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Augsburger Hohes Friedensfest

Schreibaufruf

Meine Utopie - So stelle ich mir die Zukunft vor!

Das Friedensfest 2018 steht unter dem Motto „Utopie – Was wäre, wenn…“? Dafür ist Ihre Phantasie gefragt: Ob kurze Erzählung, Gedicht oder Essay – Schicken Sie Ihren selbst verfassten Text (maximal 3.000 Zeichen inklusive Leerzeichen) bis zum 8.8. an friedensstadt@augsburg.de. Weitere Infos finden Sie im untenstehenden Flyer.

Unter allen Einsendungen verlosen wir nach dem Friedensfest vier Büchergutscheine im Wert von 20 € beim Taschenbuchladen Krüger. Mitmachen kann jede*r!

An dieser Stelle veröffentlichen wir bis zum Ende des Friedensfests eine Auswahl der eingesendeten Texte.

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Was wäre, wenn...?

Was wäre denn dann?
Und wie wäre das denn?
Und vor allem: Wann?

Was soll nur werden?
Wird es das wert sein?
Wie wird die Welt sein?
Wird der Weg weit sein?

Was werden will, wird sein.
Die Welt wird es wert sein.
Wir werden wir selbst sein.
Wird schon werden.

Wirklich?

Wenn das so werden würde  -
das wäre schon was.

Autorin: Julia Dorn

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Das Grün dort unten

Ich bin mit dem Fahrrad durch den Wald gefahren, die Bäume standen hoch.

Ich fuhr an Feldern vorbei, ich lauschte den Geräuschen der Natur. Es summte und sang, und der Wind rauschte leise…. von ferne ein Brummen, ich fragte mich, was das ist?

Eine Strasse wird gebaut, die Landschaft wird aufgerissen, Bagger durchpflügen das, was letztes Jahr noch ein Feld war.

Was wäre wenn… dachte ich, was wäre wenn… wir keine Straßen bräuchten? Wenn wir hoch in den Bäumen unsere kleinen Häuser hätten, die Bäume wären miteinander verbunden mit Seilen, in denen kleine Körbchen hingen, mit denen wir von Baum zu Baum schwingen könnten?

Wenn wir was zu essen bräuchten, schwängen wir in den Supermarktbaum.

Wenn wir unsere Freunde besuchen wollten, schwängen wir in den Gesellschaftsbaum, wenn wir Fitness machen wollten, dann schwängen wir uns in den Sportbaum.
Und unter uns, tief unter den Wohnbäumen, da hätte die Erde Zeit zu heilen.

Gras würde zuerst wachsen, über die liegen gebliebenen Bagger, denn eine Straße bräuchten wir ja nicht mehr, also haben die Bagger aufgehört zu baggern.
Die aufgerissene Straße läge erst brach, und auch dann würde Gras wachsen, später wüchsen kleine Büsche und dann auch Bäume.

Die hohen Häuser in der Stadt wären nach wenigen Jahren ebenfalls überwachsen, die Fenster wären zersprungen und in die verlassenen Zimmer wüchsen Äste und Zweige und die Blätter der Bäume würden die verblassten Muster der Tapeten in den verlassenen Wohnungen streicheln.
Eidechsen würden an den Häuserwänden hinauflaufen und anderes Kriechgetier, und die Füchse und Hasen und Bären und Wölfe, die wir aus den Städten vertrieben haben, würden ihre Heimat in den verlassenen Kellern und Garagen finden, durch deren Ritzen langsam Moos wächst.
Im Familienfreibad, in dem sich das Regenwasser der letzten Jahre gesammelt hat, tummeln sich Frösche und Libellen, und vielleicht sitzt eine Kröte auf einem Seerosenblatt und sonnt sich den dicken glänzenden Rücken.
Die Bahngleise sind verlassen, denn kein Zug fährt mehr, und der Ginster hat sich seinen Weg durch die Bohlen und den Schotter bis hinein in die verlassene Bahnhofsbaustelle gebahnt. Ein Bauarbeiterhelm liegt hinter der Absperrung, auch der wird nicht mehr gebraucht.

Manchmal steigen Mutige von uns von den Bäumen hinunter und dann gehen sie durch die verlassene Stadt. Sie staunen über die Stille und das unglaubliche Grün der Blätter, über die Kraft des Löwenzahns, der sich unbändig vermehren konnte, weil ihm niemand zu Leibe gerückt ist.

Sie atmen tief die blütengeschwängerte Luft ein, denn auch der Flieder hat sich ausgebreitet und lässt im Frühjahr seine Blütenstände explodieren.
Die Mutigen streifen durch die verlassenen Strassen, staunen über alles, stellen sich Fragen über manches,was sie sehen in den Häusern, berühren vorsichtig harte kalte Gegenstände. Aber wenn sie dann wieder zurück auf die Bäume gehen, dann vergessen sie mit jedem Aufschwung, was sie gesehen haben und erinnern nur das , was wichtig war:

Das Grün dort unten.

Und wenn sie es dann den anderen von uns erzählen, dann sagen wir: Grün haben wir hier oben auch, genug grün, da müssen wir wirklich nicht auch noch  hinunter!

Und so bleiben wir oben in den Bäumen und die Erde unter uns kann sich viel Zeit nehmen, um zu heilen.

Autorin: Katrin Schröder

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Flyer zum Schreibaufruf

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