Leichte Sprache Marke

Herzlich willkommen auf der Internet-Seite der Friedens-Stadt Augsburg!
Wir möchten, dass viele Menschen mehr über unsere Themen erfahren können.
Aus diesem Grund sind viele Texte hier in Leichter Sprache.
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Alles klar!

Augsburger Hohes Friedensfest

Schreibaufruf

Meine Utopie - So stelle ich mir die Zukunft vor!

Das Friedensfest 2018 steht unter dem Motto „Utopie – Was wäre, wenn…“? Dafür ist Ihre Phantasie gefragt: Ob kurze Erzählung, Gedicht oder Essay – Schicken Sie Ihren selbst verfassten Text (maximal 3.000 Zeichen inklusive Leerzeichen) bis zum 8.8. an friedensstadt@augsburg.de. Weitere Infos finden Sie im untenstehenden Flyer.

Unter allen Einsendungen verlosen wir nach dem Friedensfest vier Büchergutscheine im Wert von 20 € beim Taschenbuchladen Krüger. Mitmachen kann jede*r!

An dieser Stelle veröffentlichen wir bis zum Ende des Friedensfests eine Auswahl der eingesendeten Texte.

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Utopien

  sind Utopien sind Utopien
ohne Zeit
mit Raum
& Musik.

 

Utopien
sind Heldinnengeschichten
in Kunst und Raum –

 

Utopien
sind Utopien
nicht Orte
aber Ideen und Wünsche und das
Un-Denkbare
sagbar gemacht.
Utopien
sind Utopien sind
wir.

Autorin: Anna Bell

 

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Wertewandel - Oh W!

Weil Würdenträger wankten,
weil Wissenschaftler Weisen widersprachen,
weil Wissenschaftler Wissenschaftlern widersprachen,
weil wilde, wirre Wortgebilde waberten,
weil Willkür wuchs,
weil Willkür wucherte,
wurden Werte wandelbar,
wurden Werte Waren,
wurde Wahrheit wechselhaft.
Wahre Werte wichen Warenwerten,
Wirtschaftswachstum wurde wichtiger,
Wohlstand wurde wichtiger
(Wohlstand Weniger wohlgemerkt),
Wohlfahrt weniger,
Wichte wurden wichtig,
Weise wichen Wirtschaftsweisen,
Weise wurden Waise,
Werte wurden wertlos,
Würde wurde würdelos.
Welcher Wahnsinn!

 
Was wäre wenn,
Werte wieder wahre Werte wären?
Würden Werte wieder wertgeschätzt?
Würde Würde wieder würdevoll?
Würden Werte wirklich Wirklichkeit?
Würden Werte wirklich Wunder wirken?

 

Wahre Wunder wirken,
wo wahre Wunderkräfte walten,
wo wundervolle Welten wachsen,
wo Wasser wundersamerweise Wein wird!

 

Wahre Wunder wirkt,
wer weiß, was war
wer weiß, was wird,
wer Wasserwogen wölbt,
wer Winde wegbefiehlt,
wer Weltweisheiten widerlegt,
wer wahre Weisheit wiedergibt,
wer wiederauferstanden weiterlebt,
wer Würde wiederherstellt,
wer Werte wiederherstellt,
wessen Wesen Wahrheit wahrlich widerspiegelt.

Autor: Jan Nilbock

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Utopien von Kindern

Ich wünsche mir,
das Anne Frank wieder lebt
dass alle im Krieg Verstorbenen wieder auferstehen
dass alle Menschen gleich behandelt werden
dass es keine Kriege mehr gibt
dass es keine Todesstrafe mehr gibt
egal was der Mensch gemacht hat,
sonst sind die anderen auch nicht besser.
geschrieben von Anna, Klasse 8
 
Für meine Zukunft hoffe ich
auf einen besseren Abschluss als meine schwester,
das ist mein Ziel,
denn ich will auf eigenen Beinen stehen,
weil ich zeigen will, dass ich besser bin,
als viele von mir denken.
Auch würde ich gerne Fußballprofi werden,
doch das ist ein bisschen nebensächlich.
Unbedingt gewinnen muss ich nicht!
Das ist meine Vorstellung für die Zukunft!
Schönen Tag noch!
geschrieben von Jonas
 
Für die Zukunft wünsche ich mir:
Dass Krebs geheilt werden kann
Dass es auf der ganzen Welt kein Leid und Krieg mehr gibt
Dass jeder Mensch so akzeptiert wird wie er ist
Dass jeder Mensch sauberes Wasser und Nahrung hat!
geschrieben von Laura, Klasse 7
 
Die Zukunft ist ein schweres Thema,
denn niemand kann die Zukunft voraussehen.
Die Zukunft ist ein Wunsch, was einmal werden soll.
Wünsche hat jeder,
manche gehen in Erfüllung, manche nicht.
Ich denke an die Zukunft und was kommt.
geschrieben von Leon

 

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What if I told you?

He said
he had a dream.
And he did.
He told us his dream.
Many a times, it has been repeated
recited, emulated, explained.

And what a dream it was!
Mind you, he was not a dreamer,
who spake of “the fierce urgency of Now”.
I wonder
what Dr King would saybr
If he could come
and visit us today
to see how much and how little
of his famous dream did come true?
Would he be disappointed or inspired?
 
What if I told you
that there are more dreams to dream?
Political dreams.
Religious dreams.
Technological dreams.
And so on.
But most importantly the dream
of a world, where injustice is overcome
a world, where it is more important
that you and I are human
- which connects us -
than all the petty things that separate us.
I have got my little dreams for my little world
And so do you for yours.
But maybe, like brooks and rivers
that flow together
to form a mighty stream
your dream and mine
can come together.
What if I told you
that I acknowledge your dream
as equally important
equally meaningful
equally valid
to my own?
Impossible, you say?
So did many in nineteen sixty three
when they heard the famous dream speech.
And they were right.
Impossible.
Impossible was the dream of MLK.
Impossible is yours and mine.
But without it
What would ever have changed?

Join the dreamers of impossible dreams
for a better world tomorrow.

Author: "Moruti" Lutz

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Die Trümmer eines jeden Menschen

Ich stehe vor den Trümmern, vor den Trümmern dieser Zeit. In einer Welt, in der es kein Richtig und kein Falsch mehr gibt. In einer Welt, deren Aussichten nicht viel Gutes versprechen. Ich stehe vor den Trümmern und sehe nur die Zerstörung. Nichts anderes. Doch unter diesen Trümmern verbirgt sich so viel mehr als Zerstörung. Erst bei genauerem Hinblicken sehe ich da einen kleinen, grünen Grashalm. Er ist so grün wie die Hoffnung. Hoffnung, ein Wort, welches so viel aussagt. Hoffnung auf Frieden in dieser Welt. Die Hoffnung auf das friedliche Zusammenleben. Die Hoffnung darauf, dass niemand mehr vor solchen Trümmern stehen muss. Doch es erfordert an Mut. Mut aus all diesen Dingen, gute Handlungsweisen zu ziehen. Aber gibt es so etwas wie Frieden überhaupt? Kann es denn Frieden geben, solange die Menschen auf dieser Welt verweilen? Oder haben wir uns die Vorstellung von Frieden eigentlich nur konstruiert? Vielleicht ist es nur eine Illusion. Um mir diese Fragen zu beantworten, darf ich nicht tatenlos vor diesen Trümmern stehen bleiben. Ich muss los, durch die Welt reisen, mich von anderen Menschen inspirieren lassen. Ich muss mich auf diese Reise begeben. Und dann kehre ich noch einmal zurück. Stelle mir diese Fragen noch einmal. Hoffentlich habe ich dann ein paar Antworten. Denn dann kann ich diese Trümmer beseitigen und aus diesen kleinen grünen Grashalm einen ganzen Garten erschaffen.

Von Resche Fatah

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Utopie

Unsere Welt kann kalt sein, kann ungerecht sein, kann uns fremd sein. Wir haben oft keine andere Wahl als uns auf dem leichtest möglichen Weg durch das Gewirr von Gefahren durchzuschlagen und nur zu hoffen, dass wir am Ende heil herauskommen. Es wird niemals eine Welt geben, wie wir sie uns wünschen. Eine Welt ohne Kriege und Gewalt. Eine Welt, in der es weder Täter noch Opfer gibt. Das wäre zu viel verlangt.

Die Utopie findet in unseren Herzen statt. Wir können geben anstatt nur zu nehmen und wir können Lächeln schenken an einem regnerischen Tag. Wir können einmal zu oft fragen, wie es dem Anderen geht. Wir können vor dem Spiegel stehen und zu uns selbst sagen, dass wir gut genug sind, dass wir uns Mühe geben, dass es schön ist, am Leben zu sein, und dass alles gut wird. Sobald wir die Ruhe in unserem Inneren gefunden haben, fängt ein Licht an zu strahlen. Seid vorsichtig, es ist hoch ansteckend. Nur ist leider nicht jeder Mensch bereit, das Licht in sein Herz zu lassen.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Leben alles andere als leicht ist, doch ich bin innerhalb von wenigen Monaten aus einem tiefen Loch gekrochen, in dem ich jahrelang verweilt hatte, habe mich endlich an einer Universität beworben, wurde angenommen und kämpfe nun die letzten sechs Wochen auf den Start der Vorlesungen hin. Mein Herz ist nicht mehr gefüllt mit einem Todeswunsch und tiefschwarzen Gedanken. Ich habe Frieden gefunden und möchte nun jenen Menschen, die mich schon vor Jahren für tot gehalten hatten, beweisen, dass das Leben noch viel Größeres vorhat mit meiner Wenigkeit. Ich wache morgens auf und hasse die Sonnenstrahlen nicht mehr, die durch den weißen Vorhang in mein Zimmer fallen. Ich bin froh, dass ich noch am Leben bin. Und das Lächeln auf meinen Lippen hat noch nie von mehr Wahrheit gesprochen.

Die Utopie liegt darin, seine schwere Vergangenheit mit einem Lächeln zu verabschieden und frohen Mutes in eine hoffnungsvolle Zukunft zu blicken. Auch wenn es hart ist, für Träume zu kämpfen, ist der Lohn umso bedeutender. Wer hoch hinaus möchte, kann tief fallen, kann aber vielleicht auch lernen zu fliegen. Am Ende soll jeder zurückblicken können, ohne an seinen Entscheidungen zu zweifeln, ohne sich selbst die Schuld an allem zu geben.

In einer perfekten Welt gibt es das Wort „perfekt“ nicht mehr.

Autorin: Rahel Hermann

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Ach, ich träum

Ach, ich träum
mit Malalas Träumestift
dass allen Kindern dieser Welt
Schreibenlernen möglich wird
dass wir Geld in Schulen investieren
dort wo es sie heute noch nicht gibt.

Ach, ich träum
mit Malalas Träumestift
dass Analphabeten dieser Welt
ihre Weisheit, ihre Bilder leben können
wie Shaheen, der Träumemeister,
sie aus dem Nichts erschafft.

Ach, ich träum
mit Malalas Träumestift
dass allen eingesperrten Journalisten
die man schreibtot, mundtot, herztot macht,
sich wieder Wahrheit, wieder Freiheit öffnet
dass jeder ihre Botschaft hören kann.

Ach, ich träum
mit Malalas Träumestift
dass in den Friedensbildern unsrer Schüler
wir ihre Schöpfungskraft verstehn
und sie unterstützen
ihre Zukunftswelten anzugehn

Ach, ich träum
mit Malalas Träumestift
dass unsere Visionen
einer neuen Welt in Gottes Reich
uns beflügeln und schon heute treiben
sie mit aller Kraft zu leben.

Ach, ich träum,
Ach ja, ich leb!

Autorin: Beria

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Die schönsten Welten schon

haben wir uns ausgemalt –
meist, als wir Kinder waren,
und später, sehr viel später
erinnerten wir uns daran,
als ob es wahr war…

Was hat uns gehindert,
den Traum zu leben,
ungeniert festzuhalten:
Für das Gute zu kämpfen,
rückhaltlos lieben,
die Welt verbessern
und Frieden auf Erden?

Viele Jahre ließen wir uns
fesseln im Gang der Zeit.
Abgelenkt vom Köder
vieler guter Vorsätze,
von Erwartungen und
Verpflichtungen.

Und könnte es doch
noch rechtzeitig sein,
dass wir erkennen,
dass wir uns wieder trauen
zu träumen, zu weinen,
zu fühlen, zu lieben?

Ach, lass es uns versuchen!
Lass uns spielen und träumen.
Und jetzt haben wir die Macht,
es wahr und gut zu machen.
Lasst uns stürmen zur Tat!

Autorin: Kristin Pongratz

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Meine Zukunft

Ich wünsche mir eine Zukunft,
wo der Mensch vor Profit steht.
Ich wünsche mir eine Zukunft,
wo Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zählt.
Ich wünsche mir eine Zukunft,
wo Gerechtigkeit herrscht.
Ich wünsche mir eine Zukunft,
in der meine Kinder
mit ihrem Charakter und ihrer Leistung gemessen werden,
nicht nach ihrer Farbe, Glaube oder Herkunft.
Ich wünsche mir eine Zukunft,
in der Menschen im Anderen sich selbst sehen können
und nicht einen Fremden.
Die Zukunft machen wir.

Autorin: Nida

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Was wäre, wenn...?

Was wäre denn dann?
Und wie wäre das denn?
Und vor allem: Wann?

Was soll nur werden?
Wird es das wert sein?
Wie wird die Welt sein?
Wird der Weg weit sein?

Was werden will, wird sein.
Die Welt wird es wert sein.
Wir werden wir selbst sein.
Wird schon werden.

Wirklich?

Wenn das so werden würde  -
das wäre schon was.

Autorin: Julia Dorn

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Das Grün dort unten

Ich bin mit dem Fahrrad durch den Wald gefahren, die Bäume standen hoch.

Ich fuhr an Feldern vorbei, ich lauschte den Geräuschen der Natur. Es summte und sang, und der Wind rauschte leise…. von ferne ein Brummen, ich fragte mich, was das ist?

Eine Strasse wird gebaut, die Landschaft wird aufgerissen, Bagger durchpflügen das, was letztes Jahr noch ein Feld war.

Was wäre wenn… dachte ich, was wäre wenn… wir keine Straßen bräuchten? Wenn wir hoch in den Bäumen unsere kleinen Häuser hätten, die Bäume wären miteinander verbunden mit Seilen, in denen kleine Körbchen hingen, mit denen wir von Baum zu Baum schwingen könnten?

Wenn wir was zu essen bräuchten, schwängen wir in den Supermarktbaum.

Wenn wir unsere Freunde besuchen wollten, schwängen wir in den Gesellschaftsbaum, wenn wir Fitness machen wollten, dann schwängen wir uns in den Sportbaum.
Und unter uns, tief unter den Wohnbäumen, da hätte die Erde Zeit zu heilen.

Gras würde zuerst wachsen, über die liegen gebliebenen Bagger, denn eine Straße bräuchten wir ja nicht mehr, also haben die Bagger aufgehört zu baggern.
Die aufgerissene Straße läge erst brach, und auch dann würde Gras wachsen, später wüchsen kleine Büsche und dann auch Bäume.

Die hohen Häuser in der Stadt wären nach wenigen Jahren ebenfalls überwachsen, die Fenster wären zersprungen und in die verlassenen Zimmer wüchsen Äste und Zweige und die Blätter der Bäume würden die verblassten Muster der Tapeten in den verlassenen Wohnungen streicheln.
Eidechsen würden an den Häuserwänden hinauflaufen und anderes Kriechgetier, und die Füchse und Hasen und Bären und Wölfe, die wir aus den Städten vertrieben haben, würden ihre Heimat in den verlassenen Kellern und Garagen finden, durch deren Ritzen langsam Moos wächst.
Im Familienfreibad, in dem sich das Regenwasser der letzten Jahre gesammelt hat, tummeln sich Frösche und Libellen, und vielleicht sitzt eine Kröte auf einem Seerosenblatt und sonnt sich den dicken glänzenden Rücken.
Die Bahngleise sind verlassen, denn kein Zug fährt mehr, und der Ginster hat sich seinen Weg durch die Bohlen und den Schotter bis hinein in die verlassene Bahnhofsbaustelle gebahnt. Ein Bauarbeiterhelm liegt hinter der Absperrung, auch der wird nicht mehr gebraucht.

Manchmal steigen Mutige von uns von den Bäumen hinunter und dann gehen sie durch die verlassene Stadt. Sie staunen über die Stille und das unglaubliche Grün der Blätter, über die Kraft des Löwenzahns, der sich unbändig vermehren konnte, weil ihm niemand zu Leibe gerückt ist.

Sie atmen tief die blütengeschwängerte Luft ein, denn auch der Flieder hat sich ausgebreitet und lässt im Frühjahr seine Blütenstände explodieren.
Die Mutigen streifen durch die verlassenen Strassen, staunen über alles, stellen sich Fragen über manches,was sie sehen in den Häusern, berühren vorsichtig harte kalte Gegenstände. Aber wenn sie dann wieder zurück auf die Bäume gehen, dann vergessen sie mit jedem Aufschwung, was sie gesehen haben und erinnern nur das , was wichtig war:

Das Grün dort unten.

Und wenn sie es dann den anderen von uns erzählen, dann sagen wir: Grün haben wir hier oben auch, genug grün, da müssen wir wirklich nicht auch noch  hinunter!

Und so bleiben wir oben in den Bäumen und die Erde unter uns kann sich viel Zeit nehmen, um zu heilen.

Autorin: Katrin Schröder

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Flyer zum Schreibaufruf

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