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Alles klar!

Stimmen der Fürsorge

Das Kulturprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest 2021 steht dieses Jahr unter dem Motto #Fürsorge. Wir interessieren uns für die Arbeit jener, die für unsere Gesellschaft sorgen, die jeden Tag pflegen, putzen, waschen, zuhören, trösten, betreuen, unterhalten und vieles mehr. Wir wollen Ihre STIMMEN DER FÜRSORGE hören.

Wir wollen Sie dazu einladen, über folgende Fragen nachzudenken:
1. Welche Fürsorge wünsche ich mir in meinem Alltag?
2. Für wen oder was trage ich ganz persönlich Sorge?
3. Welche Form von Fürsorge könnte ich in meinem persönlichen Umfeld anbieten (Nachbarschaft, Freundeskreis, Arbeitsstelle…)
4. Welche Strukturen oder Bedingungen braucht eine fürsorgliche Stadt?

Brigitta Hofmann - Geschäftsführerin der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH:

Welche Fürsorge wünsche ich mir in meinem Alltag?

Fürsorge ist ein schöner, aber sich inhaltlich auch stark verändernder Begriff. Während die Caritas schon seit 100 Jahren Dienste am nächsten anbietet, gilt dies für kirchliche Einrichtungen und aktive Christen schon seit über 2000 Jahren. Heute legen wir in unseren Einrichtungen immer mehr den Focus darauf, dass Menschen die notwendige Hilfe erfahren, dass sie selbst möglichst selbstständig und in Würde leben können –seien es pflegebedürftige alte Menschen, Menschen mit Behinderung oder auch junge Menschen, die auf ihrem weiteren Weg Unterstützung benötigen. Insofern bedeutet Fürsorge für mich heute, dass wir die Würde und die Bedürfnisse des anderen ernst nehmen, wenn wir unsere Hilfeleistung anbieten und erbringen. Fürsorge darf nicht von „oben herab“, sondern sollte auf Augenhöhe erfolgen. Das ist mir und das ist meinen Mitarbeiter*innen bei der CAB wichtig.

Für wen oder was trage ich ganz persönlich Sorge?

Beruflich trage ich Verantwortung für die Pflege an 1.500 pflegebedürftigen Menschen und 2.000Mitarbeiter*innen in 16stationären Altenhilfeeinrichtungen im Bistum Augsburg, davon zehnim Großraum Augsburg.Hinzu kommen 6 Pflegedienste. Unsere Mitarbeiter*innen sind gut qualifiziert, erhalten Gehälter, die an die Verdienste des Tarifvertrags der Kommunen angeglichen sind. Und wir achten darauf, dass unsere Mitarbeiter*innen auch Möglichkeiten der inneren Erbauung erhalten durch drei bezahlte Tage für Einkehr, Exerzitien oder ähnliches pro Jahr.Über den Betriebsteil der CAB im Bereich der Behindertenhilfe (vgl. hierzu den Beitrag meines Geschäftsführerkollegen Herbert G. Kratzer) erbringen wir vielfältige Leistungen, im weiteren Sinne auch Fürsorgeleistungen für Menschen mit Behinderung.

Welche Form der Fürsorge könnte ich anbieten?

Z.B. in meiner Nachbarschaft, in meinem privaten Bereich, in meiner Arbeitsstelle?Wie in den beiden vorausgehenden Fragen dargestellt, bin ich über meine beruflichen Möglichkeiten stark in die Fürsorge für Menschen mit besonderen Hilfebedarf im Alter, bei Pflege und bei Behinderung eingebunden. Man könnte auch sagen, ich stelle mit der CAB auf diese Weise einen Teil unseres verfassten Sozialstaats bereit.Darüber hinaus widme ich mich privat ebenso Themen, die andere Menschen betreffen. Ich denke, jeder von uns ist als Mensch auf das „Du“ angelegt und so gefordert, die Augen aufzumachen, das Herz zu öffnen und zu sehen, welche Bedürfnisse mein Umfeld hat –und dabei die eigenen nicht völlig aus dem Blick zu verlieren.

Welche Strukturen oder Bedingungen braucht eine fürsorgliche Stadt?

Eine Stadt muss in ihrer politischen und verwaltenden Organisation nicht alle Lasten alleine tragen und stellen. Das Wesen einer Stadt zeichnet sich gerade dadurch aus, dass jede*r im Rahmen ihrer/seiner Möglichkeiten den Beitrag für das gemeinsame Gelingen erbringt. Zudem ist uns als Träger der Wohlfahrtspflege auch die Wahrung der Subsidiarität wichtig, d.h., zentral oder staatlich soll/darf nur getan werden, was dezentral bzw. nichtstaatlich sonst nicht oder nicht angemessen funktionieren würde. Ich wünsche mir aber schon eine echte Offenheit und Kooperationsbereitschaft der Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft, wenn es um die Lösung unserer Aufgaben im Allgemeinen und der „Fürsorge“-Aufgaben im Speziellen geht. Denn oft hat die Stadt Möglichkeiten, die wir als Träger nicht haben. Sie kann eine rechtliche Regelung schaffen, ein Grundstück bereitstellen, die Nachbarumgebung gestaltenoder einen Zuschuss geben, damit wir so abgestimmt Ziele des öffentlichen Wohls erreichen und so auch Fürsorge für unsere Stadt und ihre Bürger*innen walten lassen können.